Nachruf Erwin Fiedler

Nachruf auf Erwin Fiedler

Erwin Fiedler war im Schachklub Kissing ein Mann der ersten Stunde. Als 1963 die ersten klubinternen Meisterschaften ausgetragen wurden, sicherte er sich gleich den Titel. Den Abend der entscheidenden Partie hat er nie vergessen, war es doch jener Novembertag, an dem
US-Präsident Kennedy erschossen wurde.

Den Gewinn der Vereinsmeisterschaft konnte Erwin 1964 und 1965 wiederholen. Er war über Jahrzehnte einer der stärksten Spieler im Schachklub und auch noch im hohen Alter von über Mitte Achtzig ein wichtiger Leistungsträger für Kissings zweite Mannschaft. Kein anderer hat für die Kissinger Mannschaften so viele Partien absolviert und dabei so viele Punkte gesammelt wie er. Wenn er gebraucht wurde, war er da.

Als Kissings zweite Mannschaft in der Saison 2012/13 gegen die hoch favorisierte SG Augsburg II sensationell mit 6:2 gewann, gelang ihm ein spektakulärer Sieg über einen bärenstarken Gegner. Dieser Sieg gab dem Rest der Kissinger Mannschaft so viel Schub, dass der nicht für möglich gehaltene Mannschaftserfolg letztendlich Realität wurde.

Erwin Fiedler war auch abseits des Schachbretts eine faszinierende Persönlichkeit. Als wir um die Jahrtausendwende einmal von einem Auswärtsspiel nach Hause fuhren, erzählte er mir im Auto von seiner zweiten Leidenschaft, der Imkerei. Das hörte sich für mich sehr spannend an und ich bat ihn, mich beim Ausschwärmen im nahenden Frühjahr zu informieren, denn das wollte ich mir einmal ansehen. Gesagt – getan: Irgendwann im Frühjahr klingelte mein Telefon: „Herr Löber, kommen Sie schnell! Einen so großen Schwarm, wie er momentan am Ast hängt, habe ich in Jahrzehnten Imkerei nicht gesehen!“ Zum Glück war es mir möglich, gleich ins Auto zu steigen und nach Pfaffenhofen zu fahren. Es wurde für mich ein unvergesslicher Nachmittag. Zum Abschied schenkte er mir eine kleine, verlassene Bienenwabe, die noch viele Jahre die Eckbank meines Esszimmers zierte.

Wie sehr ihm seine Bienen am Herzen lagen, zeigt sich auch daran, dass er einzelne Bienen, die sich etwa in seiner Kleidung verfangen hatten, mit dem Fahrrad zurück zu ihrem Stock fuhr.

Wenn ein Mensch stirbt, ist das nie einfach – weder für ihn selbst, noch für die Hinterbliebenen. Von Dieter Bublies habe ich aber erfahren, dass der Erwin recht friedlich sterben durfte. Das ist tröstlich.

Allen, die mit ihm in Liebe verbunden sind, möchte ich unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Wir werden den Erwin stets in guter Erinnerung behalten.

Für den Schachklub Kissing, im November 2015

Lars Löber, 1. Vorsitzender

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